Aktuelle Projekte des Unterrichtslabors

Informatik Summercamp 2017


Vom 19. bis 21. Juli fand dieses Jahr an den Konstanzer Hochschulen zum neunten Mal das Informatik Summer Camp statt, an dem 41 Schülerinnen und Schüler der umliegenden Gymnasien Einblicke in die Welt der Informatik erhielten. Eingeteilt in ein Einsteiger- und ein Fortgeschrittenen Camp durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils einen spannenden Tag an der Universität und der HTWG verbringen, bekamen Einblicke in die aktuelle Forschung und konnten zu verschiedenen Themen auch selbst aktiv werden und tüfteln.

Im Einsteiger-Camp ging es am ersten Tag um die Sicherheit im Internet, speziell um das Verschlüsseln von Texten in Chats. Aber auch den immer wieder beliebten Lego-Roboter brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mithilfe erster kleiner Java-Programme zum Fahren. Im Fortgeschrittenen Camp programmierten die Schülerinnen und Schüler dann, inspiriert durch ihren Besuch beim Malroboter eDavid, sogar kleine Zeichenroboter. Abgerundet wurde das Angebot durch den Besuch des Media Room mit spannenden Einblicken in die Forschung zum Thema „Interaktion von Mensch und Maschine“ zwischen Multi-Touch-Tischen, interaktiven Bildschirmen und 3D Brillen. Am zweiten Tag besuchten die Teilnehmer die     HTWG, wo sie ferngesteuerte Autos programmieren und im Abschlussrennen gegeneinander antreten lassen konnten.

Angeleitet wurden die Schülerinnen und Schüler an der Universität von den Studierenden der Fachdidaktik Informatik 1, die im Team unter Leitung der Dozentin Dr. Barbara Pampel die Workshops konzipierten und im Unterrichtslabor durchführten. Für die Studierenden bot diese Konzeption die Möglichkeit, das in der Fachdidaktik erworbene Wissen praktisch umzusetzen und im geschützten Rahmen in die Rolle der Lehrkraft zu schlüpfen, was eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Praktikumsphasen des Studienverlaufs darstellt. Erstmalig wurden einzelne Phasen der Lehrtätigkeit der Studierenden im Unterrichtslabor auch videografiert, um eine gezielte Analyse und Reflexion des Lehrerhandelns zu ermöglichen. Mit Hilfe der Videografie kann dabei sehr detailliert analysiert werden und nicht nur die Handlungen reflektiert, sondern vor allem auch die dahinterliegenden wissenschaftlichen Theorien beleuchtet und Handlungsoptionen erörtert werden. Ziel ist, so die oft beklagte Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Ausbildung und Unterrichtspraxis zu verringern.



Physik erleben

Im Projekt „Physik erleben“ wurden im Juni diesen Jahres drei neunte Klassen der Gemeinschaftsschule Konstanz an die Universität Konstanz eingeladen, um Physik in der wissenschaftlichen Umgebung der Universität aktiv zu erleben.

Durchgeführt wurde das Projekt von Dr. Philipp Möhrke und Dr. Ursula Wienbruch, die mit ihren Studierenden des Seminars Fachdidaktik Physik 1 verschiedene Einheiten zum Einstieg in das Thema Spannung und Strom entwickeln. Die Studierenden arbeiteten dabei in Teams zusammen und hatten in diesem Projekt bereits zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Ausbildung die Möglichkeit, in geschützter Atmosphäre und kleinen Gruppen, die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern zu erproben und vor dem Hintergrund der erlernten (fach-)didaktischen Modelle Unterricht zu entwickeln und zu reflektieren.

Um ein noch gezielteres Feedback durch professionelle Analyse zu ermöglichen und die Reflexions- und Handlungskompetenz der Studierenden zu stärken, wurden Sequenzen der Lehrsituationen  videografiert. Die Verbindung fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Inhalte in der wissenschaftlich fundierten Planung kleiner Lehreinheiten, deren praktischer Durchführung und anschließenden systematischen Reflexion soll dabei zur Professionalisierung in der Lehrerbildung beitragen.


Physik in drei Minuten – Lehrfilme selber erstellen

Im Seminar „Physik in drei Minuten – Lehrfilme selber erstellen“ produzieren Lehramtsstudierende in Kleingruppen kurze Lehrfilme über ein physikalisches Experiment.

Nach einer theoretischen Einführung in die wichtigsten Grundlagen der Filmtechnik erarbeiten die Gruppen die didaktische Darstellung des Experiments und daraus den Plot. Die Gruppen erstellen unter Anleitung eine Timeline und ein Storyboard. Der Dreh wird geplant und mit Anleitung durchgeführt. Bei der Nachbearbeitung wird das Filmmaterial geschnitten, Ton-Bild-Passung erarbeitet und evtl. kleine Animationen eingefügt. Zum Abschluss werden die Filme gemeinsam gesichtet, evaluiert und die didaktische Einsetzbarkeit sowie deren Grenzen thematisiert. Die angehenden Lehrkräfte erlernen im Seminar ein planvolles und strukturiertes Herangehen an eine Lehreinheit. Sie haben die Möglichkeit ihre Lehrkompetenz zu erproben und zu verbessern. Dabei wird insbesondere die Wissensvermittlung unter didaktischen Gesichtspunkten im Fokus stehen, da im Film kompakt und zielgerichtet erklärt werden und darauf geachtet werden muss, dass Ton bzw. Text in Übereinstimmung mit der Handlung und dem Bild zum Erkenntnisgewinn beitragen.

Die didaktisch fundierte Medienbildung in der Lehrerbildung ist ein Aspekt, der immer wichtiger wird. Neben dem Erlernen der technischen Aspekte muss daher vor allem thematisiert werden, wie die gedrehten Filme im Unterricht sinnvoll verwendet werden können, welche Implementationsphase für die Verwendung notwendig ist und für welchen Einsatz dieses Medium einen didaktischen Mehrwehrt im Schulunterricht hat.