Aktuelle Projekte des Unterrichtslabors

Seminar zur Unterrichtserprobung- und Unterrichtssimulation in der Lehrerbildung

Die souveräne Lehrperson - Mittels Videofeedback Bewusstwerden der eigenen Stärken im praktischen Umgang mit Schülerinnen und Schülern

Im Wintersemester 2018/19 wird im Rahmen des Unterrichtslabors erstmalig ein Seminarkursprojekt angeboten, in dem einerseits Schülerinnen und Schüler aus Seminarkursen unserer Partnerschulen Einblicke in das Thema „Wissenschaftliches Schreiben“ erhalten und das gleichzeitig Studierenden ermöglicht, wichtige Lehrerfahrungen zu sammeln. 

Die Workshops für die Schülerinnen und Schüler werden von Studierenden im Rahmen des Seminars „Die souveräne Lehrperson – Bewusstwerden der eigenen Stärken im praktischen Umgang mit Schülerinnen und Schülern“ erarbeitet und durchgeführt. Durch die  Nutzung des Unterrichtslabors haben die Studierenden die Möglichkeit, ihr Verhalten vor der Klasse mittels Videografie zu analysieren und ihre Lehrpersönlichkeit zu professionalisieren. Dabei geht es nicht darum, Verhaltensmuster zu lernen, sondern vielmehr darum, authentisch zu sein und mit Hilfe von Videofeedback ein Bewusstsein für die eigne Wirkung zu entwickeln.

Ziel des Seminarkursprojekts ist es, die Souveränität als Lehrperson gewinnbringend zu optimieren und gleichzeitig Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe an wissenschaftliches Schreiben und Arbeiten heranzuführen.


Ziele und Effekte

 Für Studierende:

  • Sammeln erster Unterrichtserfahrungen im geschützten Rahmen
  • Professionalisierung der individuellen Lehrpersönlichkeit mit Hilfe von Videofeedback

 Für Schülerinnen und Schüler:

  • Kennenlernen wissenschaftlichen Arbeitens an einer Universität
  • Möglichkeit zur Teilnahme an Workshops zur Vorbereitung auf die Seminarkursprüfung
  • Beitrag zur Verbesserung des Übergangs Schule Hochschule

Informatik Summer Camp 2018


Auch in diesem Jahr fand das Informatik Summer Camp an den Konstanzer Hochschulen statt. Vom 16. bis 19. Juli 2018 kamen fast 50 Schülerinnen und Schüler aus der Bodenseeregion an die Universität Konstanz und die HTWG Konstanz. Eingeteilt in ein jeweils zweitägiges Einsteiger- und Fortgeschrittenen Camp bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in die aktuelle Forschung und konnten zu verschiedenen Themen auch selbst aktiv werden und tüfteln.

Die Workshops der Universität wurden von Studierenden der Fachdidaktik Informatik 1 unter Leitung der Dozentin Dr. Barbara Pampel konzipiert und im Unterrichtslabor der Binational School of Education durchgeführt. Dabei wurden einzelne Phasen der Lehrtätigkeit der Studierenden im Camp videografiert, um eine gezielte Analyse und Reflexion des Lehrerhandelns zu ermöglichen.

Die Praxiserfahrung im Unterrichtslabor eröffnet für die Studierenden die Möglichkeit, das in der Fachdidaktik erworbene Wissen praktisch umzusetzen und im geschützten Rahmen in die Rolle der Lehrkraft zu schlüpfen. Durch den Einsatz der Videoanalyse im Unterrichtslabor können die Studierenden nicht nur ein Bewusstsein für die eigene Wirkung im Umgang mit Schülerinnen und Schülern entwickeln und diese professionalisieren, sondern vor allem ihre Handlungen gezielt reflektieren. Die kleinschrittige Analyse ermöglicht es, Handlungsoptionen und die dahinter liegenden Theorien an konkreten Beispielen zu erörtern und zu diskutieren und damit fachdidaktische, bildungswissenschaftliche und fachwissenschaftliche Inhalte praktisch zu reflektieren.

Aber nicht nur für die Studierenden, sondern auch für den Schülerinnen und Schüler eröffnete das Summer Camp neue und interessante Einblicke: Im Einsteiger Camp an der Uni brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mithilfe erster kleiner Java Programme Lego-Roboter zum Fahren. Im Fortgeschrittenen Camp programmierten die Schülerinnen und Schüler dann, inspiriert durch ihren Besuch beim Malroboter eDavid, (AG Computergrafik von Prof. Dr. Deussen), kleine Zeichenroboter. Abgerundet wurde das Angebot durch den Besuch in der virtuellen Welt des Immersive Analystivs Labors der AG Life Science Informatiks von Prof. Dr. Falk Schreiber. Am zweiten Tag besuchten die Teilnehmer jeweils die HTWG, wo sie ferngesteuerte Autos programmieren und im Abschlussrennen gegeneinander antreten lassen konnten.


Physik in drei Minuten – Lehrfilme selber erstellen 2018

Zum zweiten Mal findet im Sommersemester 2018  das Seminar „Physik in drei Minuten – Lehrfilme selber erstellen“statt. In diesem Seminar produzieren Lehramtsstudierende in Kleingruppen kurze Lehrfilme über ein physikalisches Experiment.

Nach einer theoretischen Einführung in die wichtigsten Grundlagen der Filmtechnik erarbeiten die Gruppen die didaktische Darstellung des Experiments und daraus den Plot. Die Gruppen erstellen unter Anleitung eine Timeline und ein Storyboard. Der Dreh wird geplant und mit Anleitung durchgeführt. Bei der Nachbearbeitung wird das Filmmaterial geschnitten, Ton-Bild-Passung erarbeitet und evtl. kleine Animationen eingefügt. Zum Abschluss werden die Filme gemeinsam gesichtet, evaluiert und die didaktische Einsetzbarkeit sowie deren Grenzen thematisiert. Die angehenden Lehrkräfte erlernen im Seminar ein planvolles und strukturiertes Herangehen an eine Lehreinheit. Sie haben die Möglichkeit ihre Lehrkompetenz zu erproben und zu verbessern. Dabei wird insbesondere die Wissensvermittlung unter didaktischen Gesichtspunkten im Fokus stehen, da im Film kompakt und zielgerichtet erklärt werden und darauf geachtet werden muss, dass Ton bzw. Text in Übereinstimmung mit der Handlung und dem Bild zum Erkenntnisgewinn beitragen.

Die didaktisch fundierte Medienbildung in der Lehrerbildung ist ein Aspekt, der immer wichtiger wird. Neben dem Erlernen der technischen Aspekte muss daher vor allem thematisiert werden, wie die gedrehten Filme im Unterricht sinnvoll verwendet werden können, welche Implementationsphase für die Verwendung notwendig ist und für welchen Einsatz dieses Medium einen didaktischen Mehrwehrt im Schulunterricht hat.

-> Poster zu Physik in drei Minuten


Videos des Seminars vom Sommersemester 2017:


Weitere Videos

Tabletbasiertes Videofeedback im Sportunterricht


Im Projekt „Tabletbasiertes Videofeedback im Sport“ im Januar 2018 wurden Schülerinnen und Schüler des Kernfachs Sport der Jahrgangsstufe 11 angeleitet, durch den Einsatz von Tablets ihr Bewegungssehen zu schulen und durch gegenseitiges Feedback ihre Technik selbstständig zu verbessern. Dies sollte nicht nur der Vorbereitung auf das bevorstehende Abitur dienen, sondern auch einen Beitrag zum lebenslangen selbstgesteuerten Lernen allgemein leisten.


Durchgeführt wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Hans-Multscher-Gymnasium Leutkirch, das durch seine Neukonzeption „LERN3“ Elemente des Selbstlernens in viele Bereiche der schulinternen Lernkultur konzeptionell verankert hat. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier nach Lernplänen in offenen Lernräumen, zukünftig in einem extra dafür konzipierten Neubau. Bei dieser modernen Form des Lernens spielt natürlich auch die Digitalisierung im Unterricht eine entscheidende Rolle, wobei sich die Frage stellt inwieweit gerade im Sportunterricht der Nutzen der Medien den technischen Aufwand rechtfertigt, was im durchgeführten Projekt erprobt wurde.


30 Schülerinnen und Schüler nahmen an einer dreitägigen Skiexkursion teil, bei der mit Tablets die Technik beim Skilaufen gefilmt und anschließend im Team analysiert wurde. Videoaufnahmen bieten im Sport ein besonders großes Potential, da oftmals die Bewegungsvorstellung und die idealtypische Bewegung weit auseinander liegen. Videos ermöglichen hier einen Abgleich zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung bzw. Selbstbild und Leitbild und die Reduktion der Diskrepanz zwischen beidem. Um eine Sportart professionell zu erlernen ist es notwendig, die elementaren Bewegungsabläufe zu verstehen, richtig zu sehen und zu erfühlen. Daher soll nicht nur die Technik selbst, sondern auch die Fähigkeit richtige Bewegungsabläufe zu sehen und zu erkennen, geschult werden. Hierfür wurde ein Konzept zu Tandemfeedback entwickelt, was es den Schülerinnen und Schülern ermöglichte anhand von erarbeiteten Bewegungskriterien, Beobachtungsschwerpunkten und mit der Unterstützung durch Leitfragen eine selbstständige Analyse und Reflektion durchzuführen.

Die Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern war sehr positiv. Die große Mehrzahl würde sich einen vermehrten Einsatz von digitalen Medien im Sportunterricht wünschen und stufte diese Art des selbstgesteuerten Lernens als gewinnbringend ein.