Tablet-Display in Benutzung
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Digital ausgebildet

An der Universität Konstanz wird eines von sechs Projekten zur Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung vom Wirtschaftsministerium in Stuttgart gefördert

Im kaufmännischen Berufsalltag verläuft nahezu jeder Bestell- und Kassiervorgang digital. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte ERP (Enterprise-Resource-Planning)-Systeme, Softwarelösungen zur Steuerung von betrieblichen Ressourcen. Die Fähigkeit, komplexe Geschäftsprozesse durch den Einsatz digitaler Technologie zu verstehen und kompetent zu managen, stellt heute eine zentrale Kompetenz kaufmännischer Berufe dar. An der Universität Konstanz ist ein Projekt zur Nutzung der Digitalisierung in der kaufmännischen Berufsausbildung gestartet. Es ist eines von sechs innovativen Modellprojekten zur Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung, die vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium mit insgesamt 1,1 Millionen Euro gefördert werden.

Kaufmännisch Auszubildende werden in der Schule bislang nur unzureichend auf den betrieblichen Einsatz von ERP-Anwendungen vorbereitet. Das Landesinstitut für Schulentwicklung in Stuttgart stellt sowohl von Seiten der beruflichen Schulen als auch von Seiten der Betriebe eine steigende Nachfrage nach entsprechenden Schulungsangeboten fest. Es bietet schon seit einigen Jahren ERP-Lösungen für berufliche Schulen an und ist gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern Hochrhein-Bodensee und Bodensee-Oberschwaben Projektpartner der Universität Konstanz bei der Schaffung des überarbeiteten Angebots.

Die Universität Konstanz übernimmt das wissenschaftliche Begleitprogramm. Hier wird evaluiert, ob durch das Programm die Lehrprofessionalität der Lehrkräfte gefördert wird. Des Weiteren untersucht das Team um Prof. Dr. Stephan Schumann, der an der Universität Konstanz im Bereich Wirtschaftspädagogik forscht und das Gesamtprojekt leitet, die Auswirkungen des ERP-basierten Lernens auf die berufliche Handlungskompetenz der Auszubildenden.

Die Ziele des bis Februar 2020 laufenden Modellvorhabens sind entsprechend gesteckt: Es soll eine zentral-serverbasierte ERP-Umgebung zur Nutzung von mobilen Endgeräten, insbesondere Tablets, als Unterrichtswerkzeug zur Verfügung stehen. Die ERP-Anwendungen sollen so leichter als bisher im kaufmännischen Berufsschulunterricht eingesetzt werden können. Nicht zuletzt soll den Berufsschullehrkräften und Ausbilderinnen und Ausbildern ein Angebot von Schulungsmaßnahmen bereitgestellt werden.

Die Erprobung des Qualifizierungskonzeptes erfolgt insbesondere in beruflichen Schulen in der Bodenseeregion unter anderem im Rahmen des Kooperationsnetzwerks der Binational School of Education (BiSE) an der Universität Konstanz. Nach erfolgreichem Projektabschluss sollen die erarbeiteten Unterrichtskonzepte und Arbeitsmaterialien den beruflichen Schulen im Land kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Faktenübersicht:

  • Projekt: Förderung beruflicher Handlungskompetenz von kaufmännischen Auszubildenden durch Tablet-basierten Einsatz von ERP-Anwendungen
  • Eines von sechs Modellprojekten zur Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung
  • Die sechs bewilligten Projekte werden durch das baden-württembergische Wirtschaftsministerium mit insgesamt 1,1 Millionen Euro gefördert
  • Gemeinsames Projekt der Universität Konstanz, des Landesinstituts für Schulentwicklung in Stuttgart und der Industrie- und Handelskammern Hochrhein-Bodensee und Bodensee-Oberschwaben
  • Universität Konstanz übernimmt das wissenschaftliche Begleitprogramm
  • Erarbeitete Unterrichtskonzepte und Arbeitsmaterialien werden den beruflichen Schulen im Land kostenlos zur Verfügung gestellt.